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„Was offen vor Augen liegt, wird selten bedacht.“

Ulrich Schmitz Sehflächen lesen

Stellen wir uns doch einmal einem gängigen Klischee unseres Faches: Heißt  Kunstunterricht wirklich nur ein bisschen Malen und Werkeln zum Zeitvertreib, um zwischendurch auch mal ein bisschen abschalten zu können und dafür dann gute Noten bekommen??? – Ja, wir malen, und wir setzen uns mit verschiedensten Materialen und Bildfindungsprozessen auseinander, …aber zum bloßen Zeitvertreib? – Damit ist der Reichweite und Bedeutung unseres Faches wohl bei Weitem nicht Genüge getan!

Niemand würde jemals bezweifeln, dass Lesekompetenz unabdingbar in unserem Leben ist, denn, was wäre der Mensch schließlich ohne Sprache, ohne Austausch von Informationen? Aber schauen wir uns doch einmal in unserer heutigen, medial geprägten Welt um: Wo finden wir denn noch die Schrift in Reinform? Begegnen uns nicht vielmehr wahre Bilderfluten allerorten? Wir sehen die Kuh auf der Butter beim Frühstück, schauen in die Gesichter der Politiker in der Tageszeitung … vielleicht noch schnell ein Blick ins Internet, auf die neuesten Profilfotos der Facebook-Freunde, bevor uns unser Weg vorbei an unzähligen Reklametafeln schließlich zur Schule führt? Diese Reihe ließe sich wohl endlos fortsetzen, geht man einmal wirklich sehenden Auges durch den Alltag.

Führt man sich diese Dauerpräsenz der Bilder einmal vor Augen und bedenkt die emotionale Wirkung der Bilder, durch die wir nur allzu leicht auch zum Spielball von Manipulationen werden können, wird die Notwendigkeit des Bilder-Lesen-Lernens nur zu offenkundig. Auch eigene Gestaltungen können und sollen dazu dienen, sich bewusst mit bildsprachlichen Mitteln auseinander zu setzen, in eigenen Gestaltungen und in Auseinandersetzung mit fremden Werken, das des Banknachbarn oder auch denen der „großen“ Künstler… - Neben der nicht von der Hand zu weisenden Legitimation des Faches durch unsere Alltagserfahrung darf aber jenseits unseres heute leider häufig vorherrschenden Nützlichkeitsdenkens nicht außer Acht gelassen werden, dass Kunst neben kultureller Teilhabe und dem Erwerb einer Bild-Lese-Kompetenz auch einfach nur Spaß machen darf!! Es kann der Spaß daran sein, neue Materialien und den Umgang damit für sich zu entdecken; eigene Ideen Wirklichkeit werden zu lassen oder auch einfach mal den Zufall zu seinem Recht kommen zu lassen, frei zu experimentieren und zu beobachten, um seine ästhetische Wahrnehmung zu schulen; zu sehen, wie eigene Ideen Wirklichkeit werden, und sich hoffentlich dann auch mit anderen darüber austauschen zu können...

Informationen zum Fach Kunst:

Curriculum Kunst Sek. I

Curriculum Kunst Sek. II

Leistungskonzept Kunst

 

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