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1910 wurde zwar das Lyzeum in Essen Bredeney gegründet, ein eigener Bau entstand allerdings erst Ende der 1920ger Jahre. Beauftragt wurde der Essener Architekt Alfred Fischer. Das Gebäude ist ganz im Bauhausstil errichtet und steht inzwischen unter Denkmalschutz.

 

Alfred Fischer

Der Architekt Alfred Fischer, der auch oft "Alfred Fischer-Essen" genannt wird, um ihn vom zeitgleich tätigen Karlsruher Architekten Alfred Fischer unterscheiden zu können, wurde am 29. August 1881 in Stuttgart geboren. Er studierte von 1900 bis 1904 an der Technischen Hochschule Stuttgart Architektur, u.a. bei Theodor Fischer (mit dem er nicht verwandt war). 1904 legte er das 1. Staatsexamen ab und arbeitete danach zunächst in Berlin und Düsseldorf, bevor er 1911 die Leitung der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Essen übernahm, die später als "Folkwangschule" bekannt wurde. 1921 wurde ihm der Professoren-Titel zuerkannt, 1929 ernannte ihn die Technische Hochschule Hannover zum Doktor-Ingenieur Ehren halber (Dr.-Ing. E.h.).

Alfred Fischer war Verfechter einer modernen Architektur (vgl. "Neue Sachlichkeit", "Neues Bauen", "Bauhaus") und moderner Ausbildungskonzepte, die er an an seiner Schule umzusetzen suchte. Dies brachte ihn nach dem Machtwechsel 1933 zunehmend in Schwierigkeiten, er wurde zunächst beurlaubt und schon 1934 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Fischer verließ Essen und siedelte nach Murnau über, wo er kaum noch Architekturtätigkeiten ausübte. Kurz vor seinem Tod erschien seine einzige umfangreichere Publikation, sein Buch "Wohnhausform". Er starb am 10. April 1950 in Murnau am Staffelsee.

Gerade das Ruhrgebiet verdankt Alfred Fischer zahlreiche Bauten, die wichtige Zeugnisse der regionalen Architekturgeschichte und anerkannte Bestandteile des industriekulturellen Erbes sind. Viele davon sind inzwischen Denkmäler – so auch unser GRASHOF GYMNASIUM, 1930 als Lyzeum Bredeney erbaut.

 

Weitere Bauten von Fischer im Ruhrgebiet:

1912–1913: Aussichts- und Wasserturm der Zeche Mont Cenis in Herne-Sodingen, im Volkspark

1913: Betriebsgebäude für den Schacht Emil der Zeche Königin Elisabeth in Essen-Frillendorf, Elisabethstraße

1912–1914: Schachtanlage der Zeche Sachsen I/II in Hamm-Heessen, Sachsenweg (1922–1925 durch weitere Bauten von Fischer ergänzt)

1913: sog. "vaterländisches Denkmal" in Essen-Bredeney, im Gemeindewald westlich oberhalb der Bredeneyer Straße

1914: Pumpwerk "Alte Emscher" der Emschergenossenschaft in Duisburg-Hamborn-Beeck, Alsumer Straße

1919–1920: "Volkshaus Rotthausen" in Gelsenkirchen-Rotthausen, Grüner Weg 3

1920–1922: Hochdruck- Kesselhaus der Zeche Victor III/IV

1922–1923: Wohnhaus Kern in Essen-Bredeney, Hohe Buchen 12

1922–1923: eigenes Wohnhaus in Essen-Bredeney, Hohe Buchen 5

1924–1925: kath. Pfarrkirche St. Antonius in Castrop-Rauxel-Ickern, Ickerner Straße 66

1924–1927: "Hans-Sachs-Haus" (Büro- und Geschäftshaus mit Konzertsaal und Hotel) in Gelsenkirchen, Ebertstraße / Munkelstraße / Vattmannstraße

1924–1929: Förderturm für Schacht IV der Zeche Königsborn III/IV in Altenbögge (heute Bönen)

1926–1927: Wohnhaus Sachsse in Essen-Bredeney, Walter-Sachsse-Weg 8

1927–1928: Wohnhaus Imhoff in Essen, Robert-Schmidt-Straße 8

1928: Wohnhaus für Richard Hessberg in Essen-Bredeney, Stocksiepen 12

1929: Verwaltungsgebäude für den Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (heute: Regionalverband Ruhr) in Essen, Kronprinzenstraße 35

1932: Reitsporthalle in Essen-Stadtwald, Wittenbergstraße

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